Manchester Uniteds anhaltende Linksverteidiger-Krise wird zu einem wiederkehrenden Albtraum. Luke Shaw ist ständig verletzt und verpasste in der letzten Saison 30 Spiele in allen Wettbewerben. Tyrell Malacia, 2022 für 14,7 Millionen Pfund verpflichtet, hat seit Mai 2023 aufgrund einer Knieverletzung keinen einzigen Wettbewerbsball mehr getreten. Daher macht das Gerücht, dass Namen wie Arsenals Myles Lewis-Skelly im Umlauf sind, auf dem Papier einen gewissen Sinn. United braucht Spieler.
Aber lassen Sie uns klar sein: Lewis-Skelly, ein talentierter 17-jähriger Mittelfeldspieler, als primäres Linksverteidiger-Ziel zu verfolgen, ist ein klassischer Fehltritt von United. Er hat genau null Einsätze für die erste Mannschaft von Arsenal absolviert. Null. Seine Hauptposition in der Arsenal-Akademie war das zentrale Mittelfeld, oft als Box-to-Box-Achter oder sogar als tieferer Sechser. Ja, er hat für Englands U17 als Linksverteidiger gespielt, aber das ist eine Welt entfernt von der Premier League. United sucht kein Projekt; sie brauchen jemanden, der morgen einspringen kann.
Die Geschichte des Vereins mit jungen Talenten aus rivalisierenden Akademien ist bestenfalls gemischt. Jadon Sancho, eine 73-Millionen-Pfund-Verpflichtung aus Dortmund, konnte seine Bundesliga-Form im Old Trafford nie wiederholen und kehrte im vergangenen Januar auf Leihbasis nach Deutschland zurück. Lewis-Skelly mag ein frühreifes Talent sein, ein technisch begabter Spieler mit guter Athletik, aber er ist noch roh. In der UEFA Youth League 2023/24 bestritt er sechs Spiele, erzielte ein Tor und bereitete ein weiteres vor, hauptsächlich aus dem zentralen Mittelfeld. Das sind gute Zahlen für ein Kind, aber sie schreien nicht "Lösung für eine defensive Lücke in der ersten Mannschaft".
Ganz ehrlich: United braucht eine bewährte Größe. Sie jagen die Champions League, nicht die Entwicklung von Talenten zum Vorteil von Arsenal. Denken Sie an den letzten Sommer zurück. Sie verpflichteten Sergio Reguilón auf Leihbasis von Tottenham, nachdem Shaw ausgefallen war, und er absolvierte nur 12 Einsätze, bevor er im Januar zurückgeschickt wurde. Es geht nicht nur darum, einen warmen Körper zu finden; es geht darum, einen Spieler zu finden, der sofort und konstant einen Beitrag leisten kann. Jemand wie Brentfords Aaron Hickey, der Vielseitigkeit und defensive Solidität gezeigt hat, oder sogar eine erfahrenere Option mit einem Kurzzeitvertrag, wäre weitaus logischer. Hickey zum Beispiel absolvierte in seinen 9 Premier League-Einsätzen in der vergangenen Saison 11 Tackles und 26 Klärungen. Das ist ein Verteidiger.
Die Sache ist die: Dieses Gerücht fühlt sich weniger wie ein strategischer Schachzug an, sondern eher wie ein verzweifelter Versuch. Uniteds Rekrutierung unter Sir Jim Ratcliffe und INEOS soll intelligenter und effizienter sein. Einen Spieler ins Visier zu nehmen, der noch nicht einmal die erste Mannschaft von Arsenal geschnuppert hat, und ihn zu bitten, eine kritische defensive Rolle in der unversöhnlichen Premier League zu übernehmen, ist weder intelligent noch effizient. Es ist ein Risiko, das sie sich im Moment nicht leisten können. Sie sollten sich Spieler mit Hunderten von Einsätzen in der ersten Mannschaft ansehen, nicht nur mit Einsätzen in der Akademie.
Myles Lewis-Skelly ist zweifellos ein vielversprechendes Talent. Aber für Manchester Uniteds unmittelbares Linksverteidigerproblem ist er die falsche Antwort auf die falsche Frage. United wird diesen Sommer letztendlich einen erfahreneren, etablierten Linksverteidiger verpflichten, und Lewis-Skelly wird ein Arsenal-Spieler bleiben und sich in deren beeindruckender Akademie-Struktur noch mindestens zwei Jahre lang ruhig entwickeln.