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Tudors Qual: Eine brutale Woche für Lazios Trainer

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📅 24. März 2026⏱️ 4 Min. Lesezeit
Veröffentlicht 2026-03-24 · Igor Tudor erfuhr nach der Tottenham-Niederlage vom Tod seines Vaters

Fußball ist ein Spiel der Höhen und Tiefen, ein brutaler Mahlstrom, der Trainer zerkaut und ausspuckt, oft ohne einen zweiten Gedanken an den Menschen unter dem Druck. Aber manchmal trifft die Grausamkeit des Spiels anders. Manchmal geht es nicht nur um eine Niederlage auf dem Spielfeld. Igor Tudor, Lazios Cheftrainer, musste das in der vergangenen Woche auf die harte Tour erfahren. Die Nachricht vom Tod seines Vaters erreichte ihn kurz nach der 1:0-Niederlage seiner Mannschaft gegen Tottenham im letzten Freundschaftsspiel der Vorsaison in London. Ein Schlag in die Magengrube, zweifellos, zusätzlich zu einem Ergebnis, das niemand wollte.

Es ist eine Erinnerung daran, dass diese Jungs, die Männer, die an der Seitenlinie auf und ab gehen, nicht nur Taktiker oder Disziplinarbeamte sind. Sie sind Söhne, Väter, Ehemänner. Und manchmal erdrückt sie einfach die Last des Lebens. Tudor war erst seit ein paar Monaten bei Lazio, er hatte im März 2024 Maurizio Sarri abgelöst. Er unterschrieb einen Vertrag, der bis Juni 2025 läuft, mit einer Option auf ein weiteres Jahr. Der Verein beendete die letzte Saison auf einem respektablen siebten Platz in der Serie A, sammelte 61 Punkte und sicherte sich einen Platz in der Europa League. Das war eine ordentliche Erholung nach einem holprigen Start in die Saison. Aber diese Woche spielt das alles keine Rolle.

**Vorsaison-Sorgen und persönliche Trauer**

Das Tottenham-Spiel selbst war eher ein Langweiler, eine typische Vorsaison-Angelegenheit, bei der beide Seiten noch deutlich den Rost abschüttelten. Harry Kane, wer sonst, erzielte in der 67. Minute den Siegtreffer für die Spurs, ein sauberer Abschluss nach einem cleveren Lupfer von Dejan Kulusevski. Lazio wirkte etwas zerfahren, was in diesem Stadium zu erwarten ist. Sie brachten im gesamten Spiel nur zwei Schüsse aufs Tor, verglichen mit Tottenhams sieben. Tudor bastelte an seiner Aufstellung und versuchte, den Neuzugang Taty Castellanos zu integrieren, der vorne etwas verloren wirkte. Castellanos, für rund 15 Millionen Euro von Girona verpflichtet, soll die Antwort auf Lazios Torprobleme sein. Ciro Immobile erzielte trotz seines legendären Status in der letzten Saison nur 7 Serie A-Tore. Das ist weit entfernt von seinen 27 Toren in der Saison 2019/20.

Und das ist das Besondere an der Vorsaison. Sie soll eine Zeit des Experimentierens sein, des Aufbaus von Chemie, des sanften Übergangs in den Wettbewerbsrhythmus. Aber für Tudor wurde sie etwas ganz anderes. Die taktischen Diskussionen, die Spielerrotationen, die Analyse nach dem Spiel – all das muss im Schatten eines so tiefgreifenden persönlichen Verlusts völlig hohl gewirkt haben. Tottenham veröffentlichte eine Erklärung, in der sie ihr Beileid aussprachen, was eine stilvolle Geste war. Aber keine Erklärung, egal wie gut gemeint, kann das beheben, was Tudor durchmacht.

Mal ehrlich: Ich denke, diese Art von Tragödie außerhalb des Spielfelds kann ein Team entweder beflügeln oder komplett aus der Bahn werfen. Ich tippe auf Ersteres. Dieser Lazio-Kader hat Biss. Sie werden für ihren Trainer spielen wollen. Spieler wie Luis Alberto und Sergej Milinković-Savić (falls er bleibt) sind Profis. Sie wissen, was es bedeutet, sich um einen Anführer zu scharen. Die Serie A-Saison beginnt am 17. August, und Lazios erstes Spiel ist gegen Bologna im Stadio Renato Dall'Ara. Es wird ein harter Auftakt, aber ich wette, Tudors Mannschaft wird mit Elan auftreten. Sie werden mit einer gewissen Schärfe spielen, mit etwas mehr als nur drei Punkten auf dem Spiel. Ich prognostiziere, dass Lazio diese Saison unter den ersten vier landen wird, angetrieben durch das schiere emotionale Gewicht des Opfers ihres Trainers.