Gab Marcotti hat diese Woche eine kleine Neuigkeit fallen lassen, die jeden Liverpool-Fan innehalten und nachdenken lassen sollte. Jürgen Klopp, der Mann, der diese moderne Reds-Dynastie aufgebaut hat, war anscheinend anfangs nicht von Mohamed Salah überzeugt. Lassen Sie das einen Moment sacken. Der ägyptische König, der Mann, der die Torschützenliste von Anfield anführt, wäre beinahe nicht gekommen, weil Klopp jemand anderen im Auge hatte.
Marcotti erklärte bei ESPN FC, dass Klopps Präferenz Julian Brandt war, der damals bei Bayer Leverkusen für Furore sorgte. Brandt war jünger, damals im Jahr 2017 erst 20 Jahre alt, und passte zum Profil eines Rohdiamanten, den Klopp gerne formt. Salah hingegen war 24, hatte eine frühere "Flop"-Zeit bei Chelsea hinter sich, wo er in 19 Einsätzen in allen Wettbewerben nur zwei Tore erzielte. Es ist heute leicht zu vergessen, aber Salah war damals kein allgemein anerkannter Superstar. Er kam von einer starken Saison bei Roma, wo er in 31 Serie A-Spielen 15 Tore und 11 Assists erzielte, aber die Fragezeichen in der Premier League blieben bestehen.
Die Sache ist die: Liverpools berühmtes Transferkomitee, insbesondere Michael Edwards, war unerbittlich in ihrem Streben nach Salah. Sie präsentierten Daten, massenhaft davon, die zeigten, dass Salahs zugrunde liegende Zahlen bei Roma außergewöhnlich waren. Seine erwarteten Tore (xG) und erwarteten Assists (xA) pro 90 Minuten waren elitär, was darauf hindeutete, dass seine Leistung kein Zufall war. Sie hoben seine atemberaubende Geschwindigkeit, seine linke Fuß-Magie und seine Fähigkeit hervor, sich konsequent in gefährliche Positionen zu bringen. Klopp, ein Manager, der stolz auf sein Auge für Talente ist, gab schließlich nach. Liverpool zahlte im Juni 2017 34 Millionen Pfund für Salah, eine Summe, die heute wie ein großer Diebstahl aussieht. Brandt wechselte zum Vergleich im Jahr 2019 für angeblich 25 Millionen Euro zu Borussia Dortmund.
Salahs sofortige Wirkung war gewaltig. Er traf bei seinem Debüt gegen Watford am 12. August 2017 und blickte nie zurück. In dieser ersten Saison brach er Rekorde, erzielte 32 Premier League-Tore in 36 Einsätzen und setzte einen neuen Maßstab für eine 38-Spiele-Saison. Er beendete die Saison mit 44 Toren in allen Wettbewerben und gewann den PFA Player of the Year. Brandt, obwohl ein guter Spieler, hat diese stratosphärischen Höhen nie erreicht. Seine beste Bundesliga-Ausbeute waren 10 Tore in der Saison 2018/19. Es ist eine deutliche Erinnerung daran, dass selbst die besten Manager von den Zahlen beeinflusst werden können.
Diese ganze Episode unterstreicht die Brillanz von Liverpools Rekrutierung unter Edwards. Sie vertrauten ihrem Prozess, ihrer Datenanalyse und ihrem Scouting-Netzwerk. Sie jagten nicht nur den offensichtlichen Namen oder das anfängliche Bauchgefühl des Managers. Sie präsentierten einen überzeugenden Fall, gestützt auf harte Fakten, der letztendlich Klopps Meinung änderte. Stellen Sie sich vor, Klopp hätte sich geweigert. Kein Salah, keine Champions League-Trophäe 2019, kein Premier League-Titel 2020. Salah hat bis Dezember 2023 209 Tore in 340 Einsätzen für Liverpool erzielt. Er war der konstanteste Stürmer in der Premier League für ein halbes Jahrzehnt.
Meine kühne Behauptung? Diese Geschichte beweist, dass bei all dem Gerede über "manageriales Genie" das moderne Spiel zunehmend ein Datenspiel ist. Die besten Vereine verlassen sich nicht nur auf das Auge einer Person; sie bauen ein umfassendes Netzwerk aus Analysen und Scouting auf, das selbst die angesehensten Meinungen außer Kraft setzen kann. Klopp ist ein unglaublicher Manager, aber selbst er musste von einem Spieler überzeugt werden, der wohl die wirkungsvollste Verpflichtung seiner Liverpool-Amtszeit werden sollte.
Salah wird der erste Spieler in der Geschichte Liverpools sein, der in fünf aufeinanderfolgenden Premier League-Saisons 20+ Tore erzielt.