Schauen Sie, Pep Guardiola kann so viel er will darüber reden, dass der Carabao Cup für das Titelrennen keine Rolle spielt. Er ist ein Meister der Gedankenspiele, war er schon immer. Aber jeder, der die 3:1-Niederlage im Wembley-Stadion am 25. Februar gesehen hat, weiß genau, was sie bewirkt hat. Sie hat City nicht nur eine weitere Trophäe beschert – übrigens ihre erste der Saison 2017/18 –, sie hat Arsenal direkt ins Gesicht geschlagen.
Die Sache ist die, Arsenal brauchte diese Trophäe. Sie brauchten etwas Greifbares, um all den "Fortschritt" zu zeigen, von dem Arsene Wenger immer sprach. Stattdessen wurden sie deklassiert. Sergio Agüeros Führungstreffer in der 18. Minute, ein einfacher Lupfer über David Ospina nach einem langen Abschlag von Claudio Bravo, gab den Ton an. Vincent Kompany stocherte dann in der 58. Minute nach einer Ecke den Ball ins Tor, und David Silva besiegelte den Sieg mit einem klinischen Abschluss in der 65. Minute. Drei Tore, drei verschiedene Torschützen und eine Leistung, die "Meisterklasse" schrie. Für Arsenal war es nur eine weitere Erinnerung an den Abgrund zwischen ihnen und der Elite der Premier League.
**Die Wenger-Frage, wieder einmal**
Und genau da setzt die Neuausrichtung an. Arsenal hatte vor diesem Finale eine ordentliche Serie in der Liga, gewann drei ihrer letzten fünf Spiele, darunter ein 5:1-Sieg gegen Everton am 3. Februar. Aber ihre Konstanz war schon immer das Problem. Eine solche Niederlage gegen City, noch dazu in einem Pokalfinale, zwingt ein Team, nach innen zu schauen. Es zwingt eine Umkleidekabine, sich unbequemen Wahrheiten zu stellen. Ist Wenger immer noch der Mann, der sie voranbringen kann? Das ist eine Frage, die seit Jahren im Raum steht, besonders nachdem sie in der Saison 2016/17 den 5. Platz belegten und zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten die Champions League verpassten.
Mal ehrlich: Die Arsenal-Spieler sind Profis. Sie wissen, wann sie fair und ehrlich geschlagen wurden. Sie sahen City feiern, sahen die Leichtigkeit, mit der Guardiolas Männer diesen Pokal in die Höhe hoben. Wenn das kein Feuer in ihren Bäuchen entfacht, wenn das sie nicht dazu bringt, für jeden einzelnen Punkt in den verbleibenden Ligaspielen härter zu kämpfen, dann haben sie größere Probleme als nur einen verlorenen Pokal. Denken Sie zurück an Liverpool, nachdem sie das Europa-League-Finale 2016 gegen Sevilla verloren hatten – Jürgen Klopp nutzte diesen Schmerz, um sie voranzutreiben, und sie erreichten in der nächsten Saison die Champions League.
**Ein Funke, kein Rückschlag**
Hier ist meine kühne These: Diese Carabao Cup-Niederlage ist das Beste, was Arsenal für den Rest der Saison passieren konnte. Sie beseitigt jede verbleibende Selbstgefälligkeit, jedes falsche Gefühl der Sicherheit, das sie vielleicht durch ein paar gute Ergebnisse hatten. Sie erinnert sie an den Standard, den sie erreichen müssen, und an die Lücke, die sie noch schließen müssen. Sie liegen derzeit mit 45 Punkten auf dem sechsten Platz der Premier League-Tabelle, zehn Punkte hinter den Top Vier. Das ist ein Berg, den es zu erklimmen gilt.
Aber der Geschmack der Niederlage, besonders in einem Finale gegen einen direkten Rivalen, kann ein mächtiger Motivator sein. Er kann ein Katalysator sein. Wird es ausreichen, um sie auf einen Top-Vier-Platz zu katapultieren? Wahrscheinlich nicht. Aber es wird sicherstellen, dass sie nicht einfach durch den Rest der Saison treiben. Sie haben am 2. März ein entscheidendes North London Derby gegen Tottenham und dann ein Europa League Achtelfinale gegen den AC Mailand. Wenn sie ihre Saison ernsthaft retten wollen, beginnt die Antwort jetzt.
Ich prognostiziere, dass Arsenal, angespornt durch diese Wembley-Demütigung, einen überraschenden Lauf in der Europa League haben und es bis ins Halbfinale schaffen wird.