Pep Guardiola sagt, Manchester Citys Carabao Cup Sieg über Arsenal werde das Titelrennen nicht beeinflussen. Entweder ist er wirklich ahnungslos, was menschliche Psychologie angeht, oder er spielt das subtilste Gedankenspiel seiner Karriere. Ich tippe auf Letzteres. City hat die Gunners am 25. Februar 2023 in Wembley gerade mit 3:1 geschlagen, und wenn Pep glaubt, dass das Arsenal nicht noch mehr anspornt, hat er die letzten 15 Jahre nicht aufgepasst.
Die Sache ist die: Arsenal brauchte diesen Realitätscheck. Sie waren im Höhenflug, führten die Premier League Ende Januar mit acht Punkten Vorsprung an und spielten Champagner-Fußball. Gabriel Martinelli schoss Tore zum Spaß; Bukayo Saka schien unaufhaltsam. Aber dann gerieten sie in eine Flaute. Eine 1:0-Niederlage gegen Everton am 4. Februar, gefolgt von einem frustrierenden 1:1-Unentschieden gegen Brentford eine Woche später. Plötzlich sah dieser Vorsprung nicht mehr so komfortabel aus. Eine Niederlage gegen City in einem Pokalfinale, besonders nachdem man durch Granit Xhaka in der 16. Minute früh in Führung gegangen war, nun, das ist die Art von Schlag in den Magen, der ein Team entweder bricht oder zusammenschweißt.
**Der Arteta-Faktor: Aus der Vergangenheit lernen**
Mikel Arteta kennt dieses Gefühl nur zu gut. Er war Peps Lehrling, nicht wahr? Er sah, wie Guardiolas Teams auf Rückschläge reagierten. Erinnern Sie sich, als City im Dezember 2018 mit 3:2 gegen Crystal Palace verlor? Jeder dachte, Liverpool hätte den Titel sicher. City startete dann eine unglaubliche Serie von 14 Siegen in Folge, um die Liga mit einem einzigen Punkt Vorsprung zu gewinnen. Das ist die Art von Widerstandsfähigkeit, die Arteta vermitteln muss. Dieser Arsenal-Kader ist jung. Martinelli ist 21, Saka 21, William Saliba 21. Sie waren noch nie in einem Titelrennen wie diesem. Ein Pokalfinale gegen den Hauptrivalen zu verlieren? Das ist eine brutale Lektion.
Aber es ist auch eine befreiende. Der Druck der "unbesiegten" Erzählung im Pokal ist weg. Der Fokus liegt nun ausschließlich auf der Liga. Sie werden nicht durch eine weitere Reise nach Wembley, eine weitere Reihe von Medienverpflichtungen abgelenkt. Nur Samstag für Samstag, um sich auf den nächsten Premier League Gegner vorzubereiten. Ihr nächstes Ligaspiel ist ein hartes gegen Leicester City im King Power Stadium. Eine starke Leistung dort, besonders nach der Enttäuschung in Wembley, würde Bände sprechen.
**Citys wahre Bedrohung ist nicht nur Haaland**
Sehen Sie, City ist immer noch City. Erling Haaland hat bereits 26 Ligatore erzielt. Kevin De Bruyne zieht immer noch die Fäden wie ein Maestro. Sie sind eine Maschine. Und während Arsenal aus dem Pokal flog, muss City nun Champions League, FA Cup und Liga unter einen Hut bringen. Das sind viele Minuten für einen alternden Kader. Rodri zum Beispiel hat 24 von Citys 25 Ligaspielen begonnen. Guardiola liebt es zu rotieren, aber selbst er hat seine Grenzen.
Meine kühne Behauptung? Diese Carabao Cup Niederlage ist das Beste, was Arsenal passieren konnte. Sie beseitigt jede Selbstgefälligkeit, alle verbleibenden Gedanken an andere Trophäen. Sie verengt ihre Vision auf ein einziges Ziel: den Premier League Titel. Sie liegen immer noch zwei Punkte vor City mit einem Spiel in der Hand. Das ist eine starke Position. Sie haben Tottenham diese Saison bereits zweimal geschlagen. Sie haben bewiesen, dass sie mit den großen Anlässen umgehen können. Jetzt müssen sie nur noch beweisen, dass sie sich von einem Schlag in den Magen erholen können.
Ich sage Ihnen, am 28. Mai, wenn der Schlusspfiff am letzten Spieltag der Saison ertönt, wird Arsenal die Premier League Trophäe in die Höhe stemmen.