Erinnern Sie sich, als Chelsea im Januar 2023 106 Millionen Pfund für Enzo Fernández ausgab? Damals fühlte es sich wie ein Glücksspiel an, eine massive Last-Minute-Verpflichtung für einen Mann, der gerade einen WM-Sieg mit Argentinien gefeiert hatte. Jetzt, anderthalb Jahre später, geht es nicht mehr um seine Ablösesumme, sondern um seinen nächsten Vertrag. Real Madrid und PSG kreisen, und plötzlich ist Chelsea bereit, ihn zu ihrem bestbezahlten Spieler zu machen.
Sehen Sie, Fernández war gut. Er war nicht die zweite Ankunft von Claude Makelele, aber er war eine konstante Präsenz in einem chaotischen Mittelfeld. Letzte Saison absolvierte er 38 Einsätze in allen Wettbewerben, erzielte sieben Tore und gab drei Vorlagen. Diese Zahlen sind respektabel, besonders für einen zentralen Mittelfeldspieler in einem Team, das den größten Teil des Jahres damit verbrachte, herauszufinden, was es war. Er absolvierte 88,5 % seiner Pässe in der Premier League und diktierte oft das Tempo, wenn er einen stabilen Partner hatte. Aber "gut" für über 100 Millionen Pfund? Und "gut" genug, um Raheem Sterlings angeblich 325.000 Pfund pro Woche zu übertreffen? Das ist die eigentliche Frage.
Die Sache ist die, dass Chelsea eine Geschichte hat, in der sie Geld ausgeben und dann in Verträge verwickelt werden, die nicht ganz aufgehen. Denken Sie an Kepa Arrizabalagas Siebenjahresvertrag im Jahr 2018 oder Romelu Lukakus unglückliche Rückkehr. Bei Fernández gibt es eine andere Stimmung. Er ist jung, erst 23. Sein Talent ist unbestreitbar, sichtbar in diesen schnellen Drehungen und lasergesteuerten Steilpässen. Gegen Newcastle im März führte er die Show an, absolvierte 92 Pässe und sah aus wie der Spieler, den alle erwartet hatten. Er ist ein Weltmeister, zum Teufel, der beste junge Spieler des Turniers in Katar. Dieses Talent verschwindet nicht einfach.
Aber ist er ein echter Game-Changer, die Art von Spieler, um die man ein ganzes Team aufbaut und der man eine astronomische Gehaltsabrechnung widmet? Da bin ich mir nicht so sicher. Er ist ein fantastischer Verbinder, ein wichtiges Zahnrad in der Maschine. Er hat durchschnittlich 2,1 erfolgreiche Tackles pro 90 Minuten in der Liga, gut für einen Mittelfeldspieler. Aber er war nicht die dominante, allumfassende Kraft, die wirklich Elite-Mittelfeldspieler wie Rodri oder Toni Kroos für ihre Vereine sind. Oft, besonders in großen Spielen, wurde er verschluckt, wie bei der 5:0-Niederlage gegen Arsenal im April, wo er überfordert wirkte.
Hier ist der Haken: Wenn Chelsea ihn nicht bindet, wird es jemand anderes tun. Real Madrid hat gerade Kylian Mbappé verpflichtet; sie scheuen weder hohe Gehälter noch hohe Ablösesummen. PSG, nun ja, sie sind PSG – Geld spielt keine Rolle. Fernández jetzt zu verlieren, nach einer so großen Investition, wäre ein katastrophales Eingeständnis des Scheiterns, nicht nur finanziell, sondern auch im Hinblick auf ihr langfristiges Projekt unter Mauricio Pochettino (oder wer auch immer nächste Saison verantwortlich ist). Sie können es sich nicht leisten, einen weiteren teuren Neuzugang für einen Bruchteil seines Wertes gehen zu lassen.
Also werden sie ihm wahrscheinlich den Mond anbieten. Und er wird es wahrscheinlich unterschreiben. Chelsea unternimmt einen verzweifelten Versuch, eines ihrer wenigen wirklich vielversprechenden Talente zu sichern. Es ist ein kalkuliertes Risiko, aber eines, das sie fast eingehen müssen. Sie brauchen Stabilität, und Fernández bietet das im Mittelfeld, auch wenn er nicht immer spektakulär war. Sie müssen nur schnell von "wirklich gut" zu "weltklasse-essenziell" werden.
Ich sage Ihnen aber: Wenn Chelsea ihn zu ihrem Topverdiener macht und dann nächste Saison wieder die Champions League verpasst, wird sich dieser Vertrag wie ein Anker anfühlen, nicht wie ein Rettungsanker. Meine kühne Vorhersage? Fernández unterschreibt, Chelsea landet unter den Top Vier, und er ist bis Weihnachten immer noch nicht ihr bester Mittelfeldspieler.