Das Tyne-Wear-Derby ist nicht nur ein Spiel; es ist ein Schlag in den Magen, ein Kampf um die Vorherrschaft, der die Verliererseite monatelang prägt. Und für die Newcastle-Fans wird die 2:1-Niederlage gegen Sunderland am Sonntag im St. James' Park noch lange wie eine frische Wunde schmerzen. Brian Brobbey, ausgerechnet er, war derjenige, der das Messer drehte und in der 90. Minute den Siegtreffer erzielte, der die Gästetribüne in absolutes Chaos versetzte. Es war ein Überfall, ganz einfach, und Sunderland wird jede einzelne Sekunde davon genießen.
Newcastle hatte übrigens eine gute Serie hingelegt. Sie hatten Aston Villa ein paar Wochen zuvor mit 3:1 geschlagen und wollten ihren Platz in der oberen Hälfte der Premier League-Tabelle festigen. Sie starteten auch stark. Alexander Isak eröffnete in der 28. Minute den Torreigen, ein klinischer Abschluss, der die anfängliche Nervosität zu beruhigen schien. St. James' tobte. Man dachte, das war's, die Magpies würden durchmarschieren. Aber hier ist die Sache: Derbyspiele folgen selten dem Drehbuch. Sunderland, auf Platz 16 und um jeden Punkt kämpfend, sah über weite Strecken unterlegen aus, aber sie kämpften weiter. Ihr Mittelfeld, angeführt von Dan Neil, fand schließlich einen Rhythmus, auch wenn es ein langsamer Prozess war.
Dann kam der Ausgleich, ein Moment des Wahnsinns von Sven Botman in der 76. Minute. Ein ungeschicktes Foul im Strafraum, ein klarer Elfmeter. Jack Clarke trat an und verwandelte ihn, zum 1:1. Plötzlich war die Spannung im Stadion erdrückend. Newcastle, das bis dahin 62% Ballbesitz hatte, wirkte verunsichert. Sie hatten 17 Schüsse abgegeben, Sunderland 8, aber das spielte keine Rolle mehr. Der Schwung hatte sich komplett verlagert.
Mal ehrlich: Newcastle-Trainer Eddie Howe machte in der zweiten Halbzeit ein paar fragwürdige Auswechslungen, nahm Miguel Almiron vom Feld, als das Team noch einen Impuls brauchte, und es fühlte sich an, als hätten sie in einem kritischen Moment ihren Offensivbiss verloren. Man kann nicht einfach erwarten, gegen seine schärfsten Rivalen zu bestehen. Sunderland, trotz ihrer Schwierigkeiten in dieser Saison – sie hatten vor Sonntag nur eines ihrer letzten sechs Ligaspiele gewonnen – roch Blut. Sie sahen die Magpies schwächeln, sahen die Menge ängstlich werden, und sie schlugen zu.
Und dann Brobbey. Der 21-jährige Stürmer, der seit seinem Wechsel von Ajax zu Sunderland im letzten Sommer relativ unauffällig war, befand sich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ein Abpraller nach einem langen Einwurf, ein Gerangel im Strafraum, und er stocherte den Ball ins Tor. Der Jubel der Auswärtsfans war ohrenbetäubend, ein Geräusch, das den Newcastle-Fans noch wochenlang in den Ohren klingen wird. Es war Sunderlands erster Sieg im St. James' Park seit November 2014 und beendete eine fast zehnjährige Durststrecke. Das waren nicht nur drei Punkte; es war ein Statement. Es war eine Erinnerung daran, dass in diesen Spielen die Form keine Rolle spielt.
Sehen Sie, diese Niederlage wird Newcastle mehr schmerzen als jede andere in dieser Saison. Es sind nicht nur die verlorenen Punkte; es ist die Art und Weise, eine Last-Minute-Niederlage gegen ihre erbitterten Feinde. Dieses Ergebnis wird Howe unter ernsthaften Druck setzen, auch wenn der Verein ihn öffentlich unterstützt. Sie müssen sich erholen, und zwar schnell.
Meine Prognose? Diese Niederlage wird Newcastle im nächsten Monat in eine Abwärtsspirale schicken und ihnen am Ende der Saison einen europäischen Platz kosten.