Sie wissen, was Sie am Sonntag im Goodison Park gesehen haben. Sie sahen eine Chelsea-Mannschaft, die völlig verloren, zerzaust und ehrlich gesagt ein bisschen erbärmlich aussah. Und Sie sahen ein Everton-Team, das letzte Saison noch gegen den Abstieg kämpfte, sie mit 3:0 auseinandernehmen. Das war kein glücklicher Abpraller oder ein Zufallselfer. Das war eine richtige Klatsche, bei der Beto einen Doppelpack erzielte und Dwight McNeil in der 90. Minute noch einen drauflegte.
Mal ehrlich: Mauricio Pochettinos Kader sieht aus wie eine Ansammlung teurer Teile, die nicht zusammenpassen. Enzo Fernández, ein 106,8 Millionen Pfund teurer Mittelfeldspieler, war über weite Strecken unsichtbar. Raheem Sterling, einst ein Schrecken auf dem Flügel, sieht aus wie ein Schatten seiner selbst. Sie hatten laut Opta 72 % Ballbesitz und haben absolut nichts damit angefangen. Null. Das ist nicht nur schlechte Chancenverwertung; das ist ein tief sitzendes taktisches Problem. Sie brachten trotz ihres überwältigenden Ballbesitzes nur drei Schüsse aufs Tor im gesamten Spiel.
**Betos Ankunft und Chelseas Chaos**
Sehen Sie, Beto brauchte einen Tag wie diesen. Er war seit seiner Ankunft von Udinese für angeblich 25 Millionen Pfund ein Arbeitstier, aber die Tore wollten nicht so recht fallen. Vor Sonntag erzielte er sein letztes Premier-League-Tor gegen Sheffield United am 2. September. Zwei Tore gegen ein Team wie Chelsea zu erzielen, selbst diese Version von Chelsea, ist ein enormer Vertrauensschub für den großen Mann. Er war der erste Everton-Spieler, der in dieser Saison mehr als einmal in einem einzigen Spiel traf, eine Statistik, die alles über ihre früheren Schwierigkeiten vor dem Tor aussagt. Sein erstes, ein wuchtiger Kopfball in der 54. Minute, gab den Ton an. Sein zweites, ein opportunistischer Abstauber nach einem Gerangel im Strafraum, besiegelte es.
Die Sache ist die, Chelseas Probleme reichen viel tiefer als ein schlechter Nachmittag. Es geht nicht nur um ihr Ausscheiden aus der Champions League Anfang der Woche; es geht um einen Verein, der seit der Übernahme durch Todd Boehly über eine Milliarde Dollar ausgegeben hat und absolut nichts vorzuweisen hat. Sie sitzen auf dem 12. Tabellenplatz, unglaubliche 18 Punkte hinter den Top Vier. Die Investitionen spiegeln sich einfach nicht in der Leistung auf dem Spielfeld wider. Cole Palmer war zwar ein Lichtblick, aber ein Spieler kann diese ganze Last nicht tragen.
Und seien wir ehrlich, Sean Dyche verdient immensen Respekt. Er hat Everton mit einer Entschlossenheit und Härte spielen lassen, die unter Frank Lampard schmerzlich vermisst wurde. Sie verteidigten tapfer, ließen Chelsea nur diese drei Schüsse aufs Tor zu und konterten sie hart. James Tarkowski und Jarrad Branthwaite waren hinten immens, gewannen Kopfballduell um Kopfballduell. Der Goodison Park bebte, und die Fans ließen sich von dieser Energie anstecken. Das war kein Zufall; das war ein gut ausgeführter Plan.
Die Sache ist die: Chelseas Schwierigkeiten werden anhalten. Sie haben keine klare Identität, und Pochettino scheint bereits keine Antworten mehr zu haben. Der Druck auf ihn muss immens sein, besonders nach der 4:1-Niederlage gegen Newcastle am vorherigen Wochenende. Ich sehe sie in dieser Saison nicht höher als auf dem achten Platz.
**Der Aufschwung der Toffees**
Dieses Ergebnis für Everton ist riesig. Es bringt sie auf den 10. Tabellenplatz, eine Position, die vor ein paar Wochen angesichts ihres Punktabzugs undenkbar schien. Dyche hat diesem Kader einen spürbaren Kampfgeist eingeflößt. Abdoulaye Doucouré, ein weiterer unauffälliger Neuzugang, war überall im Mittelfeld, gewann Bälle und trieb nach vorne. Dieser Sieg waren nicht nur drei Punkte; es war ein Statement. Es zeigte, dass sie in diese Liga gehören und großen Teams wehtun können.
Meine kühne Vorhersage? Beto nutzt diese Leistung als Sprungbrett. Er beendet die Saison mit mindestens 12 Premier-League-Toren und wird zu einem Kulthelden an der Merseyside.