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Betos blaue Wiederauferstehung: Ein europäischer Traum, der nicht länger aufgeschoben wird?

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📅 24. März 2026⏱️ 3 Min. Lesezeit
Veröffentlicht am 24.03.2026 · Beto wiedergeboren – Könnte der abgeschriebene Stürmer Everton zur Champions League inspirieren?

Erinnern Sie sich an Beto? Den Stürmer, der letzten Sommer für 25 Millionen Pfund von Udinese nach Goodison kam? Die meisten Everton-Fans erinnern sich wahrscheinlich eher an das kollektive Stöhnen, das seinen frühen Ballkontakten folgte, als an irgendwelche Glanzmomente. Er erzielte in seinen ersten 12 Einsätzen nur ein einziges Premier-League-Tor, einen Abstauber gegen Sheffield United im September. Diese Serie führte zu vielen Gerüchten, dass er ein weiterer kostspieliger Transferfehler für die Toffees sei.

Doch am Sonntag gegen Chelsea war das ein ganz anderer Beto. Er sah aus wie der Spieler, den Sean Dyche zu bekommen glaubte. Er erzielte nicht nur ein entscheidendes Tor in der 71. Minute; er terrorisierte Thiago Silva 90 Minuten lang. Silva, ein Veteran unzähliger hochkarätiger Spiele, wirkte sichtlich verunsichert durch Betos unerbittliches Pressing und seine überraschende Agilität für einen Mann seiner Größe. Beto absolvierte drei erfolgreiche Dribblings, gewann vier Kopfballduelle und kreierte zwei Chancen, darunter die Vorlage für Dwight McNeils Treffer in der zweiten Halbzeit. Everton gewann 3:0, ein Statement-Sieg nach einer Phase wechselhafter Form.

Der Sieg brachte Everton auf fünf Punkte an Aston Villa heran, die derzeit auf dem vierten Platz liegen. Fünf Punkte. Das ist kein unüberwindbarer Rückstand bei noch 10 ausstehenden Ligaspielen. Besonders wenn man bedenkt, dass Villa noch gegen Arsenal, Manchester City und Liverpool spielen muss. Evertons restlicher Spielplan ist zwar kein Zuckerschlecken, enthält aber gewinnbare Partien gegen Bournemouth, Nottingham Forest und Sheffield United. Sie sind auch eines der besten Defensivteams der Liga, haben bisher nur 31 Gegentore kassiert, gleichauf mit Arsenal für den drittbesten Wert. Jordan Pickford war trotz all seiner Exzentrizitäten immens.

Hier ist die Sache: Jeder hat Everton für Europa abgeschrieben. Die Financial Fairplay-Abzüge, die ständigen Abstiegskämpfe, das schiere Chaos des Vereins. Aber Dyche hat still und leise eine widerstandsfähige, organisierte Mannschaft aufgebaut. Und Beto sieht plötzlich wie das fehlende Puzzleteil im Sturm aus. Dominic Calvert-Lewin ist ein guter Stürmer, aber seine Verletzungsanfälligkeit ist ein ständiges Problem. Beto bietet eine andere Dimension – rohe Kraft, Tempo und jetzt anscheinend einen Killerinstinkt. Sein Tor gegen Chelsea war nicht nur ein Abschluss; es war ein gewonnener Kampf gegen Axel Disasi, ein Beweis für sein neu gewonnenes Selbstvertrauen.

Denken Sie zurück an das letzte Mal, als Everton in der Champions League war. Das war 2005. David Moyes war Trainer, Wayne Rooney war gerade gegangen, und sie beendeten die Saison als Vierte vor Liverpool. Die damalige Mannschaft hatte eine zähe Qualität, eine Niemals-Aufgeben-Einstellung. Dieses aktuelle Everton-Team hat, wenn es in Fahrt kommt, dieselbe Ausstrahlung. Sie sind nicht schön anzusehen, aber sie sind hart. Und Betos Leistung am Sonntag verkörperte diese Härte. Er sah aus wie ein Mann, der um seine Karriere, um den Verein, um etwas Größeres spielte.

Die gewagte These? Beto ist nicht nur ein Strohfeuer. Diese Chelsea-Leistung war keine Anomalie. Er hat sich endlich an das Tempo und die Körperlichkeit der Premier League angepasst. Er wird in dieser Saison mindestens fünf weitere Tore erzielen. Und mit diesen Toren wird Everton in die Champions League einziehen. Merken Sie sich das. Sie werden Vierter werden, vor einem schwächelnden Aston Villa.