Erinnern Sie sich an Beto? Den Stürmer, der letzten Sommer für 25 Millionen Pfund kam, monatelang verloren wirkte und dann plötzlich wie besessen gegen Chelsea spielte. Er erzielte zwei Tore und einen Assist beim 4:0-Sieg im Goodison Park am 6. April. Diese Leistung war nicht nur gut; sie war transformativ. Es fühlte sich an, als ob das gesamte Stadion aufatmete.
Wochenlang wurde in Merseyside über die Fitness von Dominic Calvert-Lewin und die Frage gesprochen, ob Everton mit Beto einen Fehler gemacht hatte. Er hatte vor dem Chelsea-Spiel in der gesamten Saison nur drei Premier-League-Tore erzielt, und zwei davon waren gegen Burnley und Sheffield United – kaum Weltklasse-Gegner. Seine Ballkontrolle war schwerfällig, seine Bewegung vorhersehbar. Der G-P für xG (Tore minus erwartete Tore) für Beto lag in seinen ersten 20 Einsätzen bei besorgniserregenden -2,5. Die Fans wurden verständlicherweise unruhig.
Doch gegen Chelsea passte alles zusammen. Er schikanierte Thiago Silva, überrannte Axel Disasi und zeigte eine klinische Präzision, die zuvor gefehlt hatte. Sein erstes Tor, ein wuchtiger Kopfball nach einer Flanke von Dwight McNeil in der 22. Minute, war pure Kraft. Das zweite, ein cooler Abschluss nach einem brillanten Solo in der 68. Minute, zeigte eine Gelassenheit, die wir noch nicht gesehen hatten. Er spielte sogar einen cleveren Doppelpass mit Abdoulaye Doucouré für seinen Assist in der 55. Minute. Das ist der Beto, für den Sean Dyche bezahlt hat.
**Der Dyche-Effekt in Aktion**
Dyche war schon immer dafür bekannt, das Beste aus seinen Stürmern herauszuholen, selbst aus denen, die an einer Wand zu stehen schienen. Denken Sie an Chris Wood bei Burnley, der unter Dyche mehrere Premier-League-Saisons mit über 10 Toren hatte. Oder Calvert-Lewin selbst, der in dieser Saison phasenweise wiederbelebt wirkte, bevor ihn jüngste Verletzungsprobleme plagten. Dyches System, das auf hartem Laufen, direktem Spiel und dem Ball in gefährliche Bereiche basiert, passt zu einem körperlich imposanten Stürmer wie Beto.
Das Chelsea-Spiel war eine Meisterklasse, wie man ihn einsetzt. Everton versuchte nicht, komplizierte Pässe durch die Mitte zu spielen. Sie trafen Chelsea im Konter, nutzten die Flügel und fütterten Beto früh und oft. Er reagierte, indem er Bälle hielt, andere ins Spiel brachte und, was am wichtigsten war, seine Chancen verwertete. Es war kein schöner Fußball, aber er war unglaublich effektiv. Der durchschnittliche Ballbesitz der Mannschaft gegen Chelsea betrug nur 38 %, aber sie schafften trotzdem 15 Schüsse, davon 8 aufs Tor. Effizienz.
**Europäische Ambitionen und eine gewagte These**
Everton liegt nach diesem Sieg derzeit auf Platz 7 der Tabelle mit 48 Punkten, nur vier Punkte hinter Manchester United auf Platz 6 und sechs hinter Tottenham auf Platz 5. Mit noch acht ausstehenden Spielen, darunter gewinnbare Partien gegen Nottingham Forest und Brentford, ist ein europäischer Platz keine Fantasie mehr. Es ist ein legitimes Ziel. Und Beto, wenn er auch nur 70 % dieser Chelsea-Form halten kann, könnte der Schlüssel sein.
Hier ist meine These: Everton beendet diese Saison auf Platz 6 und sichert sich einen Europa-League-Platz. Und wenn Beto in den verbleibenden Spielen fünf weitere Tore erzielt und seine Gesamtpunktzahl in der Premier League auf 10 erhöht, werden sie einen noch größeren Vorstoß machen. Diese Chelsea-Leistung war kein Zufall; sie war eine Blaupause. Dyche hat etwas freigeschaltet, und der Rest der Liga muss das zur Kenntnis nehmen. Sie werden viele Leute überraschen.